Montag, d. 04.10.1999


Down-Syndrom heute - aktuelle Aspekte der Familiensituation und Förderung. Vortrag von Prof. Etta Wilken, Uni Hannover.  20.00 Uhr, Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee

Vor über 25 Jahren hat Frau Professor Etta Wilken mit Frühberatung und mit dem Aufbau von Eltern-Gesprächskreisen ihre Down-Syndrom-Arbeit begonnen. Dabei galt ihr besonderes Interesse der Sprachentwicklung der Kinder. Aus dieser Arbeit heraus erschien schon im Jahre 1973 das Buch: „Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom“, das inzwischen völlig neu bearbeitet in der 6. Auflage erschienen ist.

Seit 1978 führt Frau Wilken Down-Syndrom-Tagungen durch Die sich speziell an Eltern von Kindern mit Down-Syndrom richtet. Mehr als tausend Eltern haben inzwischen an einer ihrer Seminare teilgenommen. Während all dieser Jahre war Frau Wilken eine beliebte, vielgefragte Referentin auf Tagungen, Seminaren und Kongressen in Deutschland und in der Schweiz.

Aber sie tat sich nicht nur als eine Expertin in Down-Syndrom-Fragen hervor. Seit den 80er Jahren beschäftigt sich Etta Wilken verstärkt mit der schulischen Integration behinderter Kinder. Dabei führte sie u.a. sechs Jahre die wissenschaftliche Begleitung der ersten Schulversuche zur Integration in Niedersachsen durch, wobei natürlich auch hier die Entwicklungs- und Fördermöglichkeiten von Schülern mit Down-Syndrom einen wichtigen Platz einnahmen.

Neben ihren Forschungsarbeiten zum Down-Syndrom und zur Integration ist Frau Prof. Wilken seit 1972 hier an der Uni Hannover in ihrem Lehrgebiet ,,Allgemeine und integrative Behindertenpädagogik“ tätig und hat während dieser Zeit Generationen von Sonderschullehrern aus- und weitergebildet.

Frau Wilken ist außerdem wissenschaftliche Beraterin für die Zeitschriften ,,Zusammen“ und ,,Frühförderung interdisziplinär“. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Liga von Vereinigungen für Menschen mit geistiger Behinderung setzt sie sich auch international für die Interessen von Menschen mit Down-Syndrom ein.

Dienstag, d. 5.10.1999


 

20.00 Uhr, Gartensaal der Waldorfschule Maschsee

Down-Syndrom-Eltern berichten.
Gesprächskreis.

Frau R. Bierhals, Frau D. Haverich, Frau M. Badenhop und Herr G. Ex erörtern Fragen wie z.B. Diagnose Down-Syndrom - was nun? Erstbetreuung im Krankenhaus - Hilflosigkeit auf allen Seiten?  Moderation: Dr. med. R. Kindt.

Eine Ausstellung sonderpädagogischer Einrichtungen soll diesen Abend abrunden.

Mittwoch, d. 06.10.1999


 

20.00 Uhr, Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee

Plädoyer für das Leben - Pränatale Diagnostik als gesellschaftliche Herausforderung.


Johannes Denger, geboren 1955 in Basel, Vater von 3 Kindern, erhielt seine Ausbildung zum Heilpädagogen im Kinderheim Sonnenhof und am Rudolf Steiner Seminar für Heilpädagogik in Dornach, Schweiz.

Seine Diplomarbeit zum Thema „Down-Syndrom und Pränatale Diagnostik“ erschien später als Buch mit dem Titel Plädoyer für das Leben von Menschen mit Down-Syndrom“.

Herr Denger arbeitete von 1981 bis 88 und seit 1995 als Lehrer an der Freien Waldorfschule Hannover-Bothfeld.

Zudem war Herr Denger von 1988 bis 1995 Sekretär der internationalen Bewegung für Heilpädagogik und Sozialtherapie auf antroposophischer Grundlage am Goetheanum, Dornach, Schweiz.

Donnerstag, d. 07.10.1999




Film: Am Achten Tag 7.30 Uhr im Cinemaxx

Regie:''' Jaco Van Dormael
Darsteller:''' Daniel Auteuil, Pascal Duquenne, Miou-Miou, Isabelle Sadoyan

Frankreich, Belgien 1996, 118 min


Harry (Daniel Auteuil) ist ein ganz normaler Typ; ein farbloser Durchschnittsmensch, von seiner Arbeit besessen und von beruflichem Ehrgeiz erfüllt. Für seine Familie bleibt da nur wenig Platz in seinem Leben. Als er von seiner Frau samt Kindern verlassen wird, ist dies ein Schock für ihn. Eines Tages trifft Harry auf einer verregneten Straße Georges (Pascal Duquenne), der aus einem Heim für geistig Behinderte ausgebüchst ist. "Ich Mongole" sagt Georges, der auf dem Weg zu seiner Mutter ist. Ab diesem Moment wird Harry Georges nicht mehr los. Denn in Wahrheit ist die Mutter schon seit Jahren tot. Und auch die Schwester will und kann sich nicht um Georges kümmern. Es beginnt eine außergewöhnliche Freundschaft; die beiden Männer, die nichts gemeinsam haben, werden unzertrennlich.

Freitag, d. 08.10.1999



Benefiz-Konzert: Das Nomos-Quartett. 20.00 Uhr, Aula der Freien Waldorfschule Maschsee.

Programm


Ludwig van Beethoven: Streichquartett op.18 Nr. 4 in c-Moll
Hugo Wolf: Italienische Serenade
Franz Schubert: Streichquintett D 956 in C-Dur


15 Jahre Nomos Quartett

Mit seinen Interpretationen und Programmkonzepten ging das Nomos- Quartett schon immer auch unkonventionelle Wege. So nimmt das Quartett sein diesjähriges Jubiläum zum Anlaß, sich am 8.10.99 mit einem Benefiz-Konzert für "Down-Syndrom Hannover" einzusetzen, für dessen Anliegen die Musiker/innen des Ensembles größtmögliche Unterstützung wünschen.
''Nomos-Quartett''

 

Samstag, d. 09.10.1999



17.00 Uhr, Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee
Kindercirkus Bunttropfen


Die Geschichte eines „Tropfens“, der anfing, in immer schöneren Farben zu leuchten

Es war eine kleine Gruppe von Kindern, die sich regelmäßig bei einem von ihnen zu Hause trafen, um Circus zu spielen.

Sie verkleideten sich und machten das nach, was sie auf Bildern, im Circus oder in ihrer Phantasie sahen. Nach und nach wurden es immer mehr Kinder, die an dieser Art Freizeitgestaltung Interesse fanden.

Eltern nähten die ersten Kostüme und bauten Requisiten, und seit 1989 gibt es öffentliche Auftritte.

Alte Kinder gingen, neue kamen und auch die Trainer wechselten. Aber immer war das Publikum verzaubert von dem, was es geboten bekam.

Sonntag, d. 10.10.1999



10.00 Uhr, Neustädter Kirche Abschlußgottesdienst

Zum Abschluß der Woche des Down-Syndrom laden wir ein zum Gottesdienst in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis (Rote Reihe, Calenberger Neustadt). Warum?

Das Grundgesetz sagt in Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar...“ und Artikel 3: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ – Unverfügbare Rechte,  Fundament einer menschlichen Gesellschaft, lebenswichtig für alle, im Namen des Volkes neu und unverfügbar gesagt „Im Bewußtsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen!“

In der Nazizeit tödlich mißachtet, ist der Glaube an Gott, der Seine Liebe zum Menschen in Christus offenbart hat, die wiederentdeckte und bleibende Lebensgrundlage.

Darum der Gottesdienst, in dem wir dies miteinander hören und erbitten, bedenken, befestigen und besingen.

Hartmut Badenhop,
Landessuperintendent i.R.
Vater eines Sohnes mit DS

 

Grußworte zur Woche des Down-Syndrom 1999



Die Niedersächsische Landesregierung sieht in der Politik für behinderte Menschen eine sozial- und gesellschaftspolitische Aufgabe von hohem Rang.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Bürgerinnen und Bürger, die infolge körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigungen ein eigenständiges Leben ohne mitmenschliche Hilfe, ohne Unterstützung der Verbände, der staatlichen Gemeinschaft und die zahlreichen ehrenamtlichen Kräfte nicht führen können.

In den letzten Jahren sind beachtliche Fortschritte bei der Förderung von Menschen mit Behinderungen erzielt worden. Im Vordergrund steht hierbei stets das Bemühen der Landesregierung, dem Streben der Behinderten nach Selbstverwirklichung und Eigenständigkeit gerecht zu werden.

Ein bedarfsgerechtes Netz stationärer und teilstationärer Einrichtungen, gut ausgebaute ambulante Dienste, orts- und familiennahe Betreuung sind hierfür sichtbare Zeichen. Eine frühzeitige und gezielte Förderung kann viele Menschen mit Behinderungen zu eigenständigem Leben befähigen und von fremder Hilfe weitgehend unabhängig machen.

In diesem Sinne begrüße ich die Aktivitäten der Gruppe „Down-Syndrom Hannover“, im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche in Hannover zur weiteren Aufklärung über Menschen mit Down-Syndrom beizutragen.

Mit der Übernahme der Schirmherrschaft verbinde ich die Hoffnung, noch mehr Menschen in Niedersachsen für die Belange behinderter Menschen zu sensibilisieren.

Heidrun Merk, Niedersächsische Ministerin für Frauen, Arbeit und Soziales



Jedes Kind ist liebenswert


Wenn ein Kind mit einer Behinderung geboren wird - das ist eine großer Schmerz für die Mutter und die ganze Familie. Aber aus vielen Gesprächen und Begegnungen weiß ich: Gerade Kinder mit Down-Syndrom sind außerordentlich liebenswerte Geschöpfe und für ihre Familie eine ganz große Bereicherung.

Für mich gehört zu den ganz wichtigen der Geschichten in der Bibel, wie Jesus die Kinder zu sich ruft. Jesus lagen die Kinder ganz besonders am Herzen. Er nahm sie in den Arm und segnete sie - ohne vorher auszusuchen. Kinder sind Geschöpfe Gottes, mit Behinderung und ohne. Alle sind von Gott geliebt und deshalb in ihrer unverlierbaren Würde zu achten.

Sehr gut finde ich es, wenn die „Woche des Down Syndroms" die praktische Integration von Menschen mit Down-Syndrom in unserer Gesellschaft fördert und das Verständnis für sie und ihre Familien vermehrt Für die Entwicklung der Kinder ist eine gezielte und kompetente Förderung notwendig. Viele Beispiele zeigen, daß sie möglich ist. Da ist mitmenschliche Solidarität nötig, aber auch Geld und praktisches Engagement..Vor zwei Jahren befaßte sich die „Woche für das Leben" unter dem Motto „jedes Kind ist liebenswert" mit dem Problem der vorgeburtlichen Diagnostik. Mir ist sehr wichtig, daß wir uns auch weiterhin mit dem Wunsch nach dem vermeintlich „perfekten Kind" sehr kritisch auseinandersetzen. Eltern, wir alle müssen viel besser als bisher aufgeklärt werden, was im Bereich der pränatalen Diagnostik geschieht. Dem gesellschaftlichen Trend, Menschen mit Behinderungen als weniger lebenswertes Leben anzusehen, muß energisch entgegengetreten werden. Jedes Kind - geboren und ungeboren, behindert und nicht behindert - braucht und verdient als Geschöpf Gottes unsere Achtung und Liebe und unsere tätige Hilfe.

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann