Twins

 

woche

 

Die "Woche des Down-Syndroms" ist der jährlich wiederkehrende Höhepunkt unserer Vereinsarbeit.

Hier ist das Programm für 2007:


Samstag, 06.10.07: Zirkus "Balance", integrativer Kinder- und Jugendzirkus

14.30 Uhr, Circuszelt der Freien Waldorfschule Bothfeld, Weidkampshaide 17



Montag, 08.10.07: Vortrag: Prof. E. Wilken

20.00 Uhr, Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee

 

Mittwoch, 10.10.07: Filmabend im Apollo-Kino Limmer

20.15 Uhr, Apollo Kino, Hannover, Limmer Str. 50



Samstag, 13.10.07: Markt der Möglichkeiten

14.00 - 18.00 Uhr, Räume der Freien Waldorfschule Maschsee

 

Mittwoch, 17.10.07 Vortrag/Diskussion: "Schulische Integration"

20.00 Uhr. Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee



Freitag, 19.10.07 "Die Irren Typen", integrative Blues- und Rockband aus Offenbach

19.00 Uhr. Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee

 

Sonntag, 21.10.07 Familiengottesdienst in der Markuskirche Lister Platz

10.30 Uhr. Markuskirche, Lister Platz

 

Link zum Programm

 

 

Grußwort



Immer häufiger wird über "Integration" gesprochen, immer mehr wird medienwirksam darüber nachgedacht.


Es scheint, als könnte dieser Terminus damit rechnen, demnächst als "Wort des Jahres" gekürt zu werden; so vieles sollte, müsste, könnte integriert werden.


Aber wem würde dies dienen?


Als Verein, der sich für Anliegen von Menschen mit Behinderung und - gleichermaßen -  für deren Sinn innerhalb unserer Gesellschaft einsetzt, ist der Wunsch nach "Integration" natürlich ausschlaggebend für unsere Arbeit und selbstverständliches Ziel.


Nur: "Integration", das " selbstverständliche Dazugehören", besteht nicht aus einem einmaligen, großartigen (Gesetzes-) Entwurf, sondern aus vielen kleinen Schritten, Aufgaben und Anfragen an uns ALLE, Betroffene wie Nichtbetroffene, wie z.B.:

 

  • in der Fähigkeit einer friedfertig- sachlichen Kommunikation untereinander
  • in der einfühlsamen Aufklärungs- / Überzeugungsarbeit derjenigen, denen wichtige Informationen, Erfahrungen für ein eigenes Menschenbild beim Thema "Behinderung"  fehlen, die aber trotzdem an entscheidenden Funktionsstellen sitzen (Politik, Bildungsinstitute, Krankenhäuser, Medien etc.) und Entscheidungen fällen
  • in der Entwicklung von Fachkenntnis, durch die ein Wunsch nach Integration erst konkret umsetzbar werden kann
  • in der Akzeptanz, dass zum Fortschritt Misserfolge gehören und gerade dann eine besondere Beharrlichkeit im Weitermachen erforderlich ist (z.B. wenn eine Grundschule dem Wunsch diverser Eltern nach integrativer Beschulung mal wieder eine Absage erteilt hat; wenn man von Ärzten immer noch erfahren muss, dass "mongoloide" Menschen in der Regel, wenn überhaupt, nur das halbe Lebensalter von "Normalen" erreichen werden; wenn in vielen Freizeitbereichen immer noch die Meinung vorherrscht, dass Menschen mit Behinderung, natürlich kein Musikinstrument, nie Ballett , Schwimmen , Reiten, Fußballspielen erlernen werden können....)


"Integration" heißt für uns: das Dazugehören können durch eine Option


an Lebensangeboten, die für ALLE gilt - auch für Menschen mit Behinderung entsprechend ihrer Vielfalt an Kompetenzen.


Sie meint NICHT, in JEDEM Fall ein Recht auf "Dazugehörigkeit", auf "Mitmachen Können" einklagen zu dürfen.


So wird sich unsere "Woche des Down- Syndroms" auch in diesem Jahr wieder mit verschiedenen Aspekten dieses komplexen Themas beschäftigen.


Im Vordergrund steht aber nicht das Nachdenken über Integration von Menschen mit Behinderung, sondern das Erleben, wie es sein kann, wenn sie einfach dazugehören.


Die Vorträge, der Film "Jenseits der Stille", die Zirkusaufführung, das Konzert mit der integrativen Band "Die Irren Typen", der "Markt der Möglichkeiten" sowie der Abschlussgottesdienst mögen Angebote sein, dem eigenen Anders-Sein vielleicht wieder etwas mehr auf die Spur zu kommen.


Fühlen Sie sich auf jeden Fall herzlich von uns eingeladen!

 

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Chr. Joost-Plate, Vorsitzende

Down-Syndrom Hannover e.V.

 

Samstag, 06.10.2007 14.30 Uhr


 

Circuszelt der Freien Waldorfschule Bothfeld, Weidkampshaide 17

Kindercircus "Ballance 2000"

Der Kinder und Jugendcircus BALLANCE 2000 - das sind 70 Artisten und ihre erwachsenen Helfer, die sich nach den Herbstferien des Vorjahres für ein Jahr angemeldet haben.
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Ein Jahr, in dem geübt und gearbeitet wird, um in kleineren oder größeren Vorstellungen die eigenen Künste einem staunenden Publikum zeigen zu können. Ein Jahr, das, wiederum im Herbst, mit großen Vorstellungen im eigenen Circuszelt zu Ende geht. Und nach den Ferien meldet man sich dann wieder an ...


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Mit einem Besuch bei einem befreundeten Circus und der Frage einer Mitfahrerin, ob man so etwas nicht auch in der Schule in Bothfeld haben könnte, hatte es im Jahre 1995 angefangen. Eine kleine Trainingsgruppe traf sich jeden Mittwoch in der Turnhalle zur Circus-AG. Schnell wuchs das Können, aber auch die Teilnehmerzahl. Auftritte ergaben sich auf Monatsfeiern oder Hoffesten. Einzelne Musiker begleiteten die Artisten, aber etwas fehlte noch am "richtigen Circusgefühl".

Durch eine großzügige Spende im Jahr 2000 konnte ein Circuszelt gekauft werden. Mit 19 Metern Durchmesser, zwei Masten und einer 8,5 Meter großen Manege bietet es dem Zirkus eine Heimat und ausreichend Platz für die vielen Zuschauer - hoffentlich auch für diese Vorstellung.

In seinem Programm zeigt Ballance 2000 alle klassischen Circuskünste. Da tummeln sich die Akrobaten, Jongleure, die Kugelläufer und Seiltänzer neben Trapezkünstlern, Einradfahrern, Clowns, Seilspringern und Vertikaltuchturnern im Rund der Manege. Und natürlich werden die Artisten dabei von Live-Musik unterstützt.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns über Spenden.

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Montag, 08.10.2007 20.00Uhr


 

Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee

Prof. Dr. Etta Wilken: Syndromspezifische Förderung von Kindern mit Down-Syndrom im Schulalter

Vortrag. 20.00 Uhr, Gartensaal der Freien Waldorfschule MaschseeAllgemeine Erkenntnisse über günstige Bedingungen für das schulische Lernen sind gerade für Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen bei der Gestaltung von Unterricht wichtig zu berücksichtigen.

Zudem ist bei der Förderung von Kindern mit Down-Syndrom zu bedenken, dass viele Entwicklungs- und Reifungsprozesse altersentsprechend erfolgen und somit "biologische Zeitfenster" bedeutsam sind. Die großen Unterschiede in den kognitiven und den sprachlichen Fähigkeiten bedingen eine individuelle entwicklungsorientierte Förderung.

Aber Kinder mit Down-Syndrom zeigen auch ein syndromspezifisches Lern- und Leistungsverhalten und haben besondere und oft gravierende sprachliche Probleme.

Es soll aufgezeigt werden, wie eine syndromspezifische Förderung im Schulalter unabhängig vom Schulort zu gestalten ist und welche Bedingungen dazu erforderlich sind.

Zusätzlich zu ihren Forschungstätigkeiten zum Down-Syndrom, die sie nach eigenen Worten als Hobby betreibt, unterrichtete Frau Prof. Wilken viele Jahre lang "Allgemeine und integrative Behindertenpädagogik" an der Universität Hannover.

Ihr Buch "Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom" ist längst eines der Standardwerke der Fachliteratur. In der letzten Ausgabe wurde das "GuK"- System vorgestellt. Durch diese Gebärden- unterstützte Kommunikation (GuK) können Kinder früh sprachlich aktiv werden und am normalen, gemeinsamen Leben teilnehmen.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns über Spenden.

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Etta Wilken

 

 

Mittwoch, 10.10.2007 20.15 Uhr


 

Apollo Kino, Hannover, Limmer Str. 50

Filmabend: "Jenseits der Stille"


Der Film erzählt die Geschichte von Lara, die als Tochter gehörloser Eltern aufwächst. Lara selbst ist hörend und spricht die Lautsprache, weswegen sie schon in jungen Jahren in vielen Lebenslagen für ihre Eltern übersetzt. So begleitet sie sie zum Beispiel zu Kreditverhandlungen auf die Bank und dolmetscht auch den Elternsprechtag.

An Weihnachten bekommt Lara von ihrer Tante Clarissa, die selbst eine begeisterte Musikerin ist, eine Klarinette geschenkt. Lara entdeckt die Welt der Musik, in die ihr ihre Eltern nicht folgen können. Während der folgenden Jahre entwickelt sich Lara zu einer talentierten Klarinettenspielerin. Ihre Mutter stirbt tragisch nach einem Verkehrsunfall, und Laras verwitweter Vater Martin fühlt sich im Stich gelassen.

Als die mittlerweile 18jährige Lara auch noch in das Konservatorium (Musikhochschule) nach Berlin wechseln will, scheint das Familienidyll zusammenzubrechen. Der Schluss wirkt allerdings versöhnlich: Laras Vater versucht, die Liebe zur Musik, die seine Tochter empfindet, zu verstehen, und es kommt zu einer vorsichtigen Wiederannäherung zwischen Martin und Clarissa.

Das Miteinander-Leben in verschiedenen Welten - wer von uns kennt das
nicht?

Dieser Film ist eine Parabel zum Thema "Anders-Sein-Dürfen" entlang der Hoffnung, trotzdem wahrgenommen, geliebt zu werden. Eine ewig-menschliche Sehnsucht.

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Tatjana Trieb als junge Lara

 

Samstag, 13.10.2007





14.00-18.00 Uhr, Räume der Freien Waldorfschule Maschsee

"Markt der Möglichkeiten" - Information, Beratung, Spiel und Spaß

Als bunter Nachmittag für die ganze Familie ist er „Markt der Möglichkeiten“ bei vielen ein fester Termin im Kalender. In ungezwungener Atmosphäre können sich Menschen mit und ohne Behinderung begegnen, sich austauschen, gemeinsam spielen, Kaffee trinken.

Vielfältige Informationen zu Frühförderung, Krabbelgruppen, Kinderläden und -gärten sowie zu Schulen, zum Hort, zu verschiedenen Freizeitmöglichkeiten sowie zu Wohn- und Arbeitsperspektiven für Menschen mit geistiger Behinderung werden ausgetauscht. Zahlreiche Institutionen nehmen die Gelegenheit wahr, sich vorzustellen.

Daneben wird es wieder Lebensgemeinschaften und Werkstätten geben, die ihre Produkte zum Verkauf anbieten. Es gibt Schönes aus Holz, Textilien sowie Buchbinderarbeiten zu erstehen, ferner Kontakte zu knüpfen zu den Menschen, die diese Produkte herstellen. Eine gute Gelegenheit, bereits jetzt an besondere Weihnachtsgeschenke zu denken.

Diverse Aktionen und Vorführungen sorgen für Kurzweil. Leckere Kuchen und feine Torten im Café versüßen den Nachmittag und bieten Erholung.

Alles in allem eine Veranstaltung, die man nicht
verpassen darf!

Der Eintritt ist frei.

 

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Mittwoch, 17.10.2007


 

20.00 Uhr. Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee

Präsentation zweier Beispiele schulischer Integration

Seit vier Jahren gibt es an der Albert-Schweitzer- Schule, einer Grundschule in Wunstorf, eine Integrationsklasse. Die Klasse war so erfolgreich, dass es nun eine Neuauflage in der ersten Klasse gibt.

Martina Boschen und Günter Steinberg- Karwentel haben in dieser Zeit mit ihrem innovativen pädagogischen Konzept gezeigt, dass individuelle Förderung in einer Integrationsklasse für Regelkinder und Integrationskinder gleichermaßen hilfreich sein kann. Sie zeigen ihren Kurzfilm „Lernen à la Carte“ und berichten von ihrer Arbeit in der Integrationsklasse.

Ein weiteres Beispiel für gelungene Integration bietet das Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg. Von Fachleuten wird die Schule sogar als „bundesweites Flaggschiff“ bezeichnet. Wilfried Eberts, stellvertretender Direktor der Schule und Lehrer in der Integrationsklasse, wird von seinen Erfahrungen berichten und steht zur Diskussion bereit.

Als weitere Fachfrau steht Maria Strickmann für Fragen zur Verfügung, die sowohl als Lehrerin an der Stockhausenschule in Neustadt, als auch als Integrationsberaterin über langjährige Erfahrung im Bereich der schulischen Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf verfügt.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns über Spenden.

 

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Klassensituation am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg

 

Freitag, 19.10.2007




19.00 Uh. Gartensaal der Freien Waldorfschule Maschsee

"Die Irren Typen" - Integrative Rockband aus Offenbach

 

Die irren Typen stehen für eine Band, in der Menschen mit geistiger Behinderung Musik „zelebrieren“ – die Vielfalt geht von der Mundharmonika über Schlagzeug, E-Bass, Percussion und Gesang.

Ihre Musik lebt von kreativen Improvisationen und eigenwilligen Songs, die sie in einer konzentrierten, aber auch entspannten Probenarbeit mit ihrem Leiter Jürgen Weiss entwickeln.

Das gemeinsame Projekt der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen Hainbachtal/Offenbach und der Musikschule Obertshausen genießt bundesweiten Modellcharakter und die Musiker wurden im Jahr 2003 als eine der Besten ihres Genres in Europa ausgezeichnet.

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Band "Die irren Typen"

 

 

Sonntag, 21.10.2007




10.30 Uhr. Markuskirche, Lister Platz

Familiengottesdienst

 

Eine reiche „Woche“ liegt hinter uns. Umso mehr ein Grund für alle, sich mit ihren Familien, Freunden und hoffentlich vielen Kindern in der Markuskirche zu treffen und diese ereignisreichen Tage in besonderer Weise ausklingen zu lassen.


Im Zentrum wird die Frage nach der Sinnhaftigkeit von „Geboten“, Regeln und ihrer gehorsamen Erfüllung stehen.

Kann es Situationen geben, in denen das Übertreten von Gesetzen die richtige Entscheidung bleibt, trotz oder gerade im Widerspruch zu landläufigen Erwartungen und Handhabungen?

Wo macht das Erlernen von Regeln (Lebens-) Sinn, wo verengt es (Lebens-) Raum?

Am Beispiel einer Geschichte aus dem Markus-Evangelium, in der die Jünger zusammen mit Jesus ganz bewusst gegen bestehende Gebote verstoßen, wird sich ein roter Faden bis in unsere Zeit entwickeln lassen.

Ein integratives Ensemble von Schüler/innen der Musikschule Hannover wird den Gottesdienst musikalisch ausschmücken, Mitglieder des Vereins „Down-Syndrom Hannover“ werden zusammen mit Pastor Bertram Sauppe die Ausgestaltung übernehmen.

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Markuskirche

 


 

Herzlichen Dank!


 

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Einige unserer Kinder bei einer Familienfreizeit

Wir danken allen Sponsoren für ihre großzügige Unterstützung.

Die „Woche“ dieses Jahres wurde unter anderem durch viele Beiträge finanziert, die bei Tombolas, Familienfeiern und Kirchenkollekten für uns gesammelt wurden.

Darüber hinaus erhielten wir zahlreiche Spenden von Privatpersonen.

Ihnen allen sehr herzlichen Dank. Unsere Arbeit lebt von Ihrer Unterstützung!

Besonders hervorheben möchten wir Angela und Peter Panka. Peter Panka, Rock-Musiker der Band „Jane“ erfuhr im April diesen Jahres, dass er unheilbar krank sei. Gemeinsam mit seiner Familie ließ er sich auf sein Sterben ein, plante letzte Schritte. Seine Beerdigung im Juli war ein Abschiedsfest voller Dank für diesen Menschen.

Unser Verein hatte erst zu diesem Zeitpunkt mit ihm zu tun, denn Peter und Angela Panka baten in der Beerdigungsanzeige um Spenden für „Down-Syndrom Hannover“.

Sehr viel Geld ist zusammengekommen. Wir sind sehr bewegt über diese Begegnung und danken zutiefst.